Samstag, 3. März 2018

Flugzeit

Jetzt sind schon mehr als zwei Monate rum und ich schreibe immer noch '2017'. Es ist dieses Kalenderlose Dasein, das ich führe. Nur ein Datum droht seit Wochen: der Abflug. Am 27.3. um 6.20 Uhr. Da ich diesmal andersrum fliege, komme ich schon am nächsten Tag in München an. Die Flugzeiten:
  • Hobart nach Sydney – 1:50 Stunden
  • Sydney nach London – 23:15 Stunden (Unterbrechung in Singapur)
  • London nach München – 1:50 Stunden
Also: die reine Flugzeit sind 26:15 Stunden, dazu kommen Wartezeiten:
  • Sydney – 6:40 Stunden
  • London – 1:50 Stunden
Und in Singapur sind so zwei Stunden Aufenthalt, insgesamt also 11 Stunden rumhängen. Und dazu muss man das Einchecken vorher rechnen und das Warten auf das Gepäck hinterher, also mehr als 12 Stunden rumhängen und 26 Stunden Flug – fast 40 Stunden dauert das alles. ABER: ich fliege am 27. am Morgen ab und komme am 28. am Morgen an. Ich lebe einen ganzen Tag und eine ganze Nacht im Nirgendwo. Außerhalb der Zeit. In meiner kalendarischen Lebenszeit kann ich diese Stunden nirgendwo eintragen, es ist kein Platz dafür.










Der Tag war heiß und schwül, es war ein Thunderstorm und Regen für den Nachmittag angekündigt – alles ganz untypisch für Tasmanien. Aber es kam dann tatsächlich so, als ich grade bei S zum Tee war. Der Himmel verdunkelte sich, es donnerte zwei-, dreimal, dann goss es. Das war es auch schon. Es war schlagartig abgekühlt und es trieben immer mal wieder Regenwolken vorbei. Ordentliche Gewitter kriegen sie hier nicht hin.

S ist auch ganz furchtbar gebissen worden, im Garten, von Jack-Jumpers, diesen giftigen Ameisen. Seine Hand war taub und angeschwollen. Mein linkes Bein hat ca. vierzig Stiche von Sandflöhen, von dieser Aktion mit der Regenrinne. Es war die Hölle, aber allmählich verheilen die Wunden.

Heute war Wahl für das Tasmanische Parlament. In der Regel gewinnen die konservativen Liberalen, aber die Arbeiterpartei wird wohl ein bisschen aufholen. Es ist hier natürlich dieselbe entweder dumme oder gewissenlose Lügerei in der Politik, wie überall, S winkte müde ab.
Das Schlimme ist, sagte er, dass die Regierung anderen Ländern erlaubt, sich hier große Flächen Land zu kaufen, was vor allem China macht. Umgekehrt wäre das nie möglich, wir könnten dort nur Land leasen, aber niemals besitzen. Die australische Regierung findet das toll und meint, es komme so Geld ins Land. Die Sache ist aber die: China denkt langfristig, sie müssen ihre Menschen ernähren, deshalb kaufen sie überall - in Afrika, hier, wo es nur geht - Land. Dann schicken sie ihre eigenen Arbeiter her, die hier billig Nahrungsmittel oder was auch immer produzieren für den chinesischen Markt. Die Australier haben NICHTS davon! Aber die Preise für Land und Häuser steigen ins Astronomische. Was sind das für Leute in den Regierungen? Man möchte da gar nicht drüber nachdenken.

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