Mittwoch, 27. Dezember 2017

Kalender

Ich sitze auf einer Bank im Garten und lese. Die Sonne scheint und es rauscht ein leichter Wind in den Bäumen. Es ist schon 10 Uhr, aber alle Kinder, der Hase und das Meerschweinchen schlafen noch. H. ist zur Arbeit in seinen Fahrradladen gegangen, dort war – zum Glück! - wahnsinnig viel los vor Weihnachten. Das freut mich, es ist so ein guter Laden.
D. ist oben im Garten und pflanzt neue Blumen ein.



H. sagte, die Segler von der Regatta wären dabei, einen neuen Rekord aufzustellen, d.h. es kann sein, dass die ersten heute Nacht schon ankommen. Man kann im Internet genau verfolgen, wo jedes einzelne Boot ist, mit Namen, Geschwindigkeit und allem.
Ich habe mich grade daran erinnert, dass mein Notebook voller E-Books ist, das hatte ich ganz aus den Augen verloren. Ich machte mich an Manfred Geier, Heidegger und Wittgenstein. Das ist schön! Philosophie! Aber lange hielt ich nicht durch, weil wir zum Strand fuhren.


Der Strand war „voll“, was für tasmanische Verhältnisse 'voll' heißt, die Leute drängten sich gleich zu Anfang, weil da die Wellen höher sind, normalerweise, wegen der Klippen. Aber heute waren praktisch keine Wellen. D. und die Kinder blieben trotzdem dort, ich ging weiter nach hinten, wo es menschenleer war und suchte mir ein schönes Plätzchen. Ich zog das erste Mal meinen Wetsuit an, auch wenn die Leute nicht surfen konnten, trugen sie fast alle so einen Anzug. Es ist ein eigenartiges Gefühl: man spürt die Kälte schon noch irgendwie, man wird auch nass innendrin, aber insgesamt ist man doch rundum geschützt, es ist gut. Damit werde ich am Roaring Beach jetzt mal reingehen, das kriege ich hin. Und H. sagte, die Wellen hier sind nicht so fies wie die im Atlantik, die einem ja die Füße unter dem Leib wegreißen und um- und umwerfen, so dass man völlig die Orientierung verliert. Hier die Wellen sind hoch und stark, aber friedlich.

Lucy hängt rum.
Als wir wieder hier waren, malten wir alle zusammen die zwölf Blätter für den Kalender 2018, das hat Spaß gemacht. J. boykottierte die Aktion durch größtmöglichst wurschtige Zeichnungen (September, November), aber wir anderen haben uns richtig Mühe gegeben.





Jetzt ist es 22.30 Uhr und das Siegerboot der Regatta war schon 100 Meter vor der Ziellinie, aber jetzt treibt es wieder zurück! Es ist offensichtlich überhaupt kein Wind und die Strömung des Derwentriver geht ja zurück zum offenen Meer. Leider kann ich sie in der Dunkelheit nicht sehen, wir werden es morgen erfahren, wie die Sache ausging.

Siegeryacht.
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