Parallel dazu dann der Klapptisch für den Outsleeper: ein paar leichte Nut- und Federbretter zurechtsägen, mit zwei Latten zu einer Platte verschrauben, die Scharniere anbringen, eine Halterung fürs Tischbein – so ging es dahin. Es gab einen furchtbaren Moment, als ich die Platte schon an der Wand festgeschraubt hatte und plötzlich sah, dass sie, wenn ich sie runterklappen würde, sehr wahrscheinlich zu lang wäre und zu niedrig angebracht, um zu hängen. Das sind die Dinge, die hier mein täglich Brot sind: Schrauben, die zu dick sind, hängenbleiben und deren Kopf ich dann durchnudle. Bohrer, die abbrechen. Bohrmaschinen, deren Akkus im entscheidenden Moment weinerlich wimmernd ihren Geist aushauchen. Scharniere, die ich umgekehrt anbringe. Nägel, die durch die Terrassenritzen fallen. Zangen, die nicht mehr auffindbar sind. Mehr fällt mir im Augenblick nicht ein, aber die Liste ist deutlich länger. Jetzt also diese Prüfung: ich nahm das Stützbein weg und … die Tischplatte klappte tadellos runter, EINEN MILLIMETER über dem Boden. Mann! Für dieses Leben braucht man Nerven wie Stahlseile.
Später ging ich mit meinem Faulkner zum Meer. Ich lese grade „Die Stadt“. Man muss sich auf Faulkner sehr konzentrieren, merke ich, ihn so stückchenweise zu lesen, wie ich es grade tue, geht eigentlich nicht. Er entfaltet einen Furor, eine Dynamik in seinen Geschichten – da muss man aufspringen und sich mitreißen lassen (ich könnte angemessenerweise auch sagen: man muss ihn surfen), 'ein bisschen Faulkner' geht nicht, entweder ganz oder garnicht. Er geht dabei ganz einfach, fast listig vor, indem er einen erstmal mit harmlosen Banalitäten einnebelt: Alltagskram, endlose Gespräche von den Protagonisten über immer dieselben Themen, häufig werden Sachen wiederholt (so in der Art: „Er kommt morgen in die Stadt.“ „Morgen?“ „Ja, morgen.“ „So, er kommt also in die Stadt.“ „Ja. Morgen, habe ich gehört.“), es plätschert so dahin. Das ist der Moment, wo man nicht abschweifen darf mit den Gedanken und den echten Surfen zusehen, denn unversehens baut sich hinter einem eine enorme Welle auf. Man schaut sich um, erschrickt und muss hastig auf das Board springen und dann – Faulkner! Er entfesselt Weltmeere, das sind Wellen... da träumen die Surfer hier von. Das Leben plätschert vielleicht so dahin, aber DARUNTER, da sind Strömungen, die alles mitreißen können und der Faulkner hatte Zugang dazu. Der wusste, wovon er schrieb.
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| Viel Verkehr. |









