Sonntag, 7. Januar 2018

Nationalpark1

Hier erstmal die Fotos vom ersten Tag:

Tasmanien kann sehr trocken sein.
Mount Field National Park. SEHR GROSSE Bäume.



Russell Falls.



Der Beginn des Wasserfalls von oben.





D. winkt aus Baumwurzel.




Wombat Moor.

Bänke vor den Hütten.
Hütten.

Seminarhaus? Gruppenraum.
Riesen-Motte.
Die Abfahrtszeit war auf 10 Uhr angelegt worden (von H.) und wurde von der Familie nur unwesentlich um eine knappe Stunde korrigiert. Lucy, Charly, Hase, Meerschweinchen, Hühner, Tauben und Enten wurden Jo. und seiner Freundin A. überlassen, mit aufwendiger Vorbereitung aller Mahlzeiten. 
Wenn man aus Hobart raus ist, kommt man ganz schnell auf ziemlich rumpelige, einfach Straßen mit wenig oder keinem Verkehr. Neben der Straße verlief fast die ganze Zeit eine stillgelegte Eisenbahnlinie, die man schön in einen Fahrradweg umwandeln könnte, aber hier fährt praktisch niemand Fahrrad. Wir passierten eine Papierfabrik, ansonsten gibt es eigentlich nichts. Wenige Orte, ein paar bed & breakfast oder Coffeeshops, kleine Verkaufsstände mit Obst oder Kartoffeln am Straßenrand - und weites, trockenes Land mit Schafen oder Kühen, irgendwie ein bisschen wie im Senegal, bergiger allerdings.
Der Mount Field ist der älteste Nationalpark in Tasmanien (1916). "Der Nationalpark ist etwa 159 km² groß und liegt etwa 65 km nordwestlich der Hauptstadt Hobart. Der im Nationalpark gelegene Mount Mawson ist neben Ben Lomond eines der sichersten Skigebiete Tasmaniens." (WIKIPEDIA)
H., D. und die Kinder sind dort mal vom Schnee überrascht worden, und das ging als eines der fast-tödlichsten Geschichten in die Familien-Chronik ein, die reich an Abenteuern ist. 
Wir parkten erstmal unten, holten den Schlüssel für die Hütte ab und fügten uns dann in den Strom der Touristen aus aller Welt ein, die über den gut befestigten Pfad durch den schönen Regenwald hinaufwandelten zum Wassserfall. H. ging dann wieder runter, das Auto holen, während wir noch weitergingen auf einem Pfad, der uns an richtig, richtig, richtig großen Bäumen vorbeiführte: zum Teil umgestürzt, aber die meisten lebend und ragend und gewaltig. An einigen klebten mit weit ausgebreiteten Armen Touristen, weil das Bäume-Umarmen mittlerweile auf der Agenda vieler Hochsensibler steht. Ich war ein bisschen neidisch auf diese Ungeniertheit.
H. ludt uns dann wieder ins Auto und das Unglück wollte es, dass in diesem Moment genau vor uns zwei Autos ebenfalls den Berg hochfuhren, wovon das erste von einem Außerirdischen gelenkt wurde. Ein Mensch war es jedenfalls nicht und Tiere können nicht fahren. "Es" fuhr konsequent 20 km/h und kam - und hier ist der Beweis für die extra-terristische Herkunft dieses Wesens - NICHT auf die Idee, mal anzuhalten und uns alle (hinter uns hingen schon die Nächsten) vorbeizulassen. Wir wurden in Staubwolken gehüllt und mussten die Fenster schließen. H.s Blutdruck stieg Minute für Minute, mit weißen Knöcheln umklammerte er das Lenkrad und versuchte, mit purem Hass den Blockierer vorwärtszudrängen, nichts fruchtete. Der Wagen vor uns gab auf und hielt irgendwo. Wir schließlich auf, es ging einfach nicht. Wir mussten warten. Ich ging zu einer Aussichtsplattform, aber außer mir stieg niemand aus, niemand war bereit, sich zu beruhigen, trotz D.s psychologischen Interventionen: Rachedurst durchwaberte das Auto. Irgendwann fuhren wir weiter - staubfrei und zügig, bis wir wieder dahinterhingen... hinter IHM.
Wie auch immer, wir kamen zu unserer Hütte: ein kleines Gelände am Rande einer - alpinen! - Moorlandschaft mit fünf Hütten und vier Kompostklos. Die Hütte bestand aus einer Küche mit großem Tisch mit Bänken, Spüle, Holzofen und einer Kiste mit reichlich Holz, daneben ein Schlafraum mit drei Stockbetten mit Matratzen. Keine Dusche und kein Herd, dafür aber nur 45 $ die Nacht, eine Hütte für Backpacker, die Geschirr, Kocher und alles dabei haben und in kalten Quellen baden.
Wir waren mit Kocher, Geschirr, Kopfkisen, Laken, Lampen und Unmengen an Lebensmitteln ausgerüstet und litten keine Not. Es war sehr schön ruhig, nette Leute um uns rum, die Hütten sind immer ausgebucht.

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