Samstag, 10. März 2018

Besuch

Heute war R da, die Nachbarin von meinem Bruder, die mich in ihrem Haus übernachten lässt. Sie kam schon morgens, noch ehe ich gefrühstückt hatte und blieb bis zum späten Nachmittag. Es war total schön, jemand alles zeigen zu können: Ss Garten, meine Bank am Meer und dann den schönen Platz drüben in den Steilklippen, wo wir uns für Stunden niederließen.












Als wir zurück waren machte sie ein wundervolles Mittagessen mit Salat, Frühlingszwiebeln und Tomaten aus ihrem Garten und Käse, Fisch und frischem Brot. Es war großartig!



Anschließend gingen wir hoch zu S, der grade pausierte und uns Tee machte. Es ist schön, einfach so zusammen zu sitzen und zu plaudern, die Sonne schien herein und draußen scharrten die Hühner, es war still und friedlich. S und R tauschten sich aus, sie kennen sich ja eher flüchtig. Wenn  sie sich unterhalten, sprechen beide sehr Australisch, das ist ein ganz anderes Englisch, als  S normalerweise mit mir spricht – es ist ein erstaunlicher Unterschied.
S erzählte, dass er seinen Hund, den Merlin, einen Deutschen Schäferhund, einmal für einen Monat abgeben musste, weil er einen Job im Mainland hatte. Als er dann zurück kam, geriet Merlin bei seinem Anblick völlig in Panik, warf sich auf den Boden, kroch ängstlich weg und zeigte alle Gesten der Reue. Einen Tag lang war er so, bis er begriff, dass die lange Abwesenheit von S nicht eine Strafe gewesen war, für irgendeinen Frevel, den er unwissentlich begangen hatte und mit Ss Erscheinen jetzt nicht das jüngste Gericht über ihn kam. Er hatte es sich nicht anders erklären können, als dass S das absichtlich mit ihm gemacht hat, so sehr hat er gelitten.

Als R abgefahren war, legte ich mich in die Hängematte unter den Bäumen am Outsleeper, aber die Zeit ist vorbei: es ist zu kalt. Die Sonne verschwindet jetzt relativ bald hinter dem Berg und dann fällt sofort die Temperatur und ein Wind setzt ein. Es ist einfach Herbst, da führt kein Weg dran vorbei. Die Abende enden nun mit einem Buch auf dem Sofa, vor dem lodernden Herdfeuer. Draußen rumorte so ein Possum, dass ich hin musste, um es streng zur Ordnung zu rufen.



http://linde127.blogspot.de/2016/12/street-view.html Weiter