Freitag, 9. März 2018

Herbstsonne

Heute bin ich mit meinen Büchern auf den Berg hoch und habe mich dort auf die Terrasse von dem Häuschen gesetzt. Es ist wunderbar da oben: ich habe den weiten Blick übers Meer, bin dabei mitten im Wald und habe auch noch Internetverbindung. Die Besitzer waren mindestens zwei Jahre nicht mehr da, es liegen etliche umgefallene Bäume auf dem Weg hier hoch, der nur mit einem Foorwheeldrive überhaupt zu bewältigen ist. Das Fenster zum Meer hin fängt an zu verrotten, ich habe Fotos gemacht und werde S fragen, ob er die E-Mail von ihnen hat, dann schreibe ich ihnen vielleicht mal.




























SEHR großer Vogel. Seeadler?
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Wir haben jetzt die ruhigen Herbsttage, von denen S gesprochen hat: es ist nachts und morgens kühl, dann kommt die Sonne und es wärmt sich auf, ohne richtig heiß zu werden. Die Luft ist von glasiger Klarheit, man sieht alle Einzelheiten auf den Inseln in der Ferne. Die Vögel singen fast wie im Frühling. In der Ferne höre die Motorsäge von jemand, der Holz macht. Zeit, um Pilze zu sammeln und das Haus winterfest zu machen. Wenn man hier wohnen würde.
Je öfter ich im Wald oben bin, desto faszinierender finde ich ihn. All die Anstrengungen, die die Bäume unternehmen, um gegen Wind und Feuersbrünste zu bestehen und gegen die Konkurrenz der vielen anderen sind bewundernswert. Es ist vielleicht blöd, das zu vermenschlichen, das Wachstum läuft ja sicher ganz mechanisch ab, aber es berührt mich trotzdem, das zu sehen. Die sterbenden, greisen Riesen, denen nach und nach die Äste abbrechen und zu Boden fallen - riesige Äste zum Teil. Und trotzdem treiben sie ganz oben immer noch neu aus mit neuen Ästen und Laub, bis sie irgendwann ein Sturm oder ein Feuer erwischt und niedermacht. Bäume sind sehr unaufgeregt, und das ist ansteckend.

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