Freitag, 16. März 2018

Neues

Als ich in der Nacht aufs Klo ging, sah ich im Bad einen kleinen Skorpion. Das ist eine ganz andere Nummer, einen Skorpion mit einem Glas einzufangen, als eine Spinne: diese Tierchen haben Kampfgeist und sie sind schnell! Es kostete mich einige Mühe, ein Glas über ihn zu bringen und dann ein Stück Pappe drunter zu schieben. Dann musste ich Glas und Pappe sehr fest zusammendrücken, um nicht plötzlich mit einem Skorpion in der Hand dazustehen. Wobei die Stiche nicht gefährlich sind, aber trotzdem – es war ein kleines Abenteuer.

Ich machte am Vormittag einen Strandspaziergang, wobei man ja denken könnte, das ist ja nun wirklich nichts Neues, aber ist es dann doch immer wieder. Es waren fantastische Wellen (3 Meter, hörte ich später von S) aber niemand war dort. Ich entdeckte im Sand feine Zeichnungen, die das abfließende Wasser dort hinterlassen hatte und machte Fotos – ich habe das Gefühl, meine Beobachtungen und Fotos werden immer kleinteiliger, aber es ist schon so: je öfter man dieselbe Sache neu anschaut, desto mehr merkt man, dass eine Sache nie dieselbe ist. Wenn man immer neue Sachen anschaut, merkt man das nicht so.






















Irgendwann riss ich mich los, weil ich kochen wollte für den Abend, wo ich H und D erwartete, und am Nachmittag wollte ich in die Bücherei und dann noch einkaufen. Es ist für mich ja ganz ungewohnt geworden, an einem Tag mehrere „Termine“ zu haben, aber ich kriegte alles gut hin.

Auf dem Weg zur Bücherei sah ich den alten Herrn, der einen großen, elektrischen Rollstuhl fährt und neben der Schule einen lokalen Radiosender betreibt, auf dem Rasen sitzen mit blutendem Knie und umringt von besorgten Leuten. Er musste mit dem Rollstuhl bös gestürzt sein, der Arme. Schrecklich. John heißt er, sagte die Bibliothekarin, der ich es erzählte.


In der Bücherei war es schön ruhig, ich lud den Blog hoch. Ein sehr selbstbewusstes kleines Mädchen, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, kam mit ihrer Mutter und rief so laut und gewichtig „Hiiiii!“ als sie reinkamen, dass alle lachten. Als sie die Bücher eingebucht hatte fragte die Bibliothekarin das Mädchen, ob sie noch was wolle. „I want a hug!“ sagte das Mädchen. „Oh, you want an hug?“ fragte die Bibliothekarin erstaunt und umarmte die Kleine. So ist der Service hier.

Vor dem Supermarkt traf ich S, der dort aus dem Postfach seine Post abgeholt hatte und nun in seinem Auto saß und Briefe öffnete. Er hatte sich außerdem gesundheitsschädigende Schokoriegel gekauft, die er dann, nachdem er mir mit schuldbewusstem Blick sie zu teilen angeboten hatte, verschlang.
Er zeigte mir auf seinem Mobile, wann morgen die Flut sein würde, ich wollte H und D die Klippen zeigen: 8 Uhr in der Früh.

Nachdem ich wieder zu Hause war, ging ich nochmal hoch zu S, um ihm ein bisschen beim Holz machen zu helfen, das hat Spaß gemacht. Er hat mit der Kettensäge Baumstämme zerlegt und ich habe die Teile aufs Auto geladen. Sowas liebe ich. S lässt mich nur helfen, weil er das weiß, in Wirklichkeit kommt er besser allein zurecht. Er musste die ganze Zeit aufpassen, dass ich mich nicht verletze; meinte dann, die dicken Klötze kleinhacken zu müssen, damit ich nicht zu schwer hebe (wobei ich dann zwei Klötze gleichzeitig hochhob, was mühsamer war als in einem Stück, und S gab auf mit der Hackerei), und er schaute immer wo ich stand, damit kein Baum auf mich fiel. Trotzdem bedankte er sich nett.

In der Dämmerung sah ich mal wieder einen Wombat vorbeiziehend. Dann kamen H und D, es war schon dunkel, und wir saßen im Haus und aßen und unterhielten uns, wie eine richtige Familie.


Erster Versuch: Wombat.
Zweiter Versuch: Wombat.
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