In der Nacht war es so warm, dass ich immer wieder aufwachte. Gegen 5 Uhr begann ein starker Wind. Ich stand draußen auf der Terrasse, hörte ihn in den Wäldern tosen und war mir sicher, Rauch zu riechen, es war aber nichts. Am Morgen dann heftiger Regen. Jetzt liege ich oben auf meinem Bett, trinke Tee und schaue in den Regen.
Später ging ich rüber zu dem Haus, das R eventuell mieten will: mir gefällt es nicht, es hat keine schöne Umgebung, so hingeduckt an den Fuß des Berges, unterhalb der Straße und an der anderen Seite gleich die Dünen vom Roaring Beach.
Auf dem Weg zurück traf ich S, der grade zu Fuß von K und S3 kam, wo er zum Tee war. K ist die nette Frau, deren Einladung zum Kaffee ich nie wahrgenommen hatte, was ich sehr bereue. Und S3 ist der, der irgendwann mal ein paar alte Schuhe auf einen Baumstumpf am Straßenrand zum Roaring Beach abgestellt hat und nach und nach haben immer mehr Leute dort alte Schuhe hinterlassen. Ich hatte ihn auf der Party bei Peter Adams kennengelernt, er hat mal etliche Monate in Berlin verbracht, hat er erzählt. Er arbeitet als Gärtner hier. S hat erzählt, dass S3 mal so ein „ewiges Feuer“ unterhalten hat, als Kunstprojekt, das hat über zwölf Jahre lang gebrannt. Wie auch immer, sie sind ein sehr nettes Paar, ich mochte sie.
Und jetzt sagte S ganz beiläufig, das S3 grade erfahren hat, dass er Krebs im Endstadium hat. Er war eigentlich wegen seiner Diabetes beim Arzt und wurde dann mit einer Riesenmenge Morphium und seinem Todesurteil wieder nach Haus geschickt: unheilbar krank. Er will jetzt ein großes Abschiedsfest machen und S soll seinen Sarg schreinern. Ich bin geschockt.
Ich bin dann noch hoch auf den Berg – der Wald und der weite Blick übers Meer ist jedes Mal unheimlich wohltuend und bringt mich wieder ins Gleichgewicht.
















