Mittwoch, 7. März 2018

Wasserfall2

Nach dem „Touristenweg“ begann dann ein richtiger Track hoch Richtung Berge (Tatnells Hill und Clemens Peak). Im Registrierungsbuch war nur eine einzige Eintragung: ein Dreiertrupp war vor mir losgezogen. Ich traf später auf sie: drei reizende alte Ladies waren das, die mich sehr herzlich grüßten.





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Der Weg war schlicht, einfach ein Pfad, weiter an der Küste entlang. Er machte dann einen letzten Schlenker zu einem Aussichtspunkt an derf (wo ich diese Schwindelattacke bekam), ehe man den richtigen Aufstieg auf die Berge begann.
An diesem Aussichtspunkt ließ ich mich von Brüggemann auf Abwege leiten: er empfahl einen kleinen, ummarkierten Pfad, der einen zu dem Waterfall führen sollte, der der Bucht ihren Namen gab. Ich geriet auf einen Weg, der ewig nicht begangen war: Bäume waren darüber gestürzt, Gestrüpp hineingewachsen, der Regen hatte Teile fortgeschwemmt. Aber ich hielt durch. Gelangte schließlich zu der Stelle, wo Brüggemann schreibt: Der kribbelnde Tiefblick ist aber nur schwindelfreien Personen geraten! Es gab aber keinen Tiefblick und keinen Wasserfall, weil genau an die Absturzstelle des Wassers ein riesiger Baum gestürzt war und das Wasser auf ein kleines Rinnsal verdünnt war.
Aber gut, ich überquerte es und stieg den steilen Hang an der anderen Seite hoch um mich dann hoffnungslos zu verlaufen. Alles konnte der Pfad sein oder auch nicht: es war einfach ein heilloses Durcheinander von Gestrüpp und toten Bäumen, wie es hier im Bush so üblich ist. Irgendwann gab ich auf und wollte zurück. Aber wo war der Pfad? Es gab keinen! Was auf dem Hinweg noch einigermaßen Ähnlichkeit mit einem Weg hatte, war, sobald ich mich umdrehte, verschwunden. Fassungslos starrte ich um mich. So ungefähr wusste ich die Richtung, aber ich fand mich plötzlich gefangen im dichten Unterholz zwischen einer ungesicherten Steilklippe und der tiefen, steilen Schlucht des Baches und fand die Stelle nicht mehr, wo ich drübergeklettert war. Mann! Das war wirklich heftig. Aber natürlich war die Aufregung ganz umsonst und ich konnte zurückfinden und kletterte, schweißnass und erleichtert, irgendwann wieder auf den richtigen Track. Mann! Ich hatte dann nicht mehr die Nerven, den Bergaufstieg zu machen, ich werde da nochmal hinfahren. Es war gut so, denn der Weg zurück war doch deutlich länger, als ich ihn in Erinnerung hatte. Aber: wunderschön. Wirklich.

"Wasserfall" von oben.



Ich fuhr über Port Arthur zurück nach Haus, ließ in der öffentlichen Mülltonne in Nubeena meinen Müll zurück, schälte mich zu Hause aus meiner immer noch klatschnassen Kleidung und nahm eine heiße Dusche! Und dann setzte ich mich mit einem Bier an meinen guten, alten Roaring Beach auf meine gesicherte Bank und schaute in die wilden Wellen und alles war gut!





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