Mittwoch, 1. November 2017

Monstertruck





Wallaby-Spuren.


Gleich in der Frühe hörte ich ihn schon von weitem heran dröhnen – den Monstertruck. Wie er sich in den Staub der Straße wühlte und dann gefährlich murrend und grollend in unseren kleinen Weg drängte, die Brücke überrumpelte und dann am Fuße des Berges kurz hielt, um dem winzig kleinen Fahrer die Gelegenheit zu geben, den niedrigsten Gang überhaupt einzulegen, ehe sich die Maschine mit gnadenloser Gewalt daran machte, die schier grenzenlose Masse an Metall und Gummi die hohe Steigung hinaufzuwuchten. Brutal. Wenn ich dem unterwegs begegnet wäre, es wäre mir tatsächlich nur die Flucht zu Fuß übriggeblieben. Wahrscheinlich hätte er mein Auto einfach weggedrückt, ohne es zu bemerken. Den Weg zurück kündigte das Monster mit allerschrillstem Gekreisch der Bremsen an – alles an ihm drängte und trieb dazu, sich in unseren kleinen Bach am Fuße des Berges zu stürzen und metertief dort in die weiche Erde einzugraben, was der Fahrer mit Aufbietung aller seiner schwachen Menschenkraft so eben zu verhindern wusste. Und dann zitterte die Brücke unter ihm, der Staub wirbelte auf und er wälzte sich unendlich langsam um die Kurve und verschwand. Lange noch zitterte die Erde und erstarrten Vögel und Bäume, ehe die Normalität zurückkehrte.

Eine Nachricht von D. - sie hat „Das geheime Leben der Bäume“ auf Englisch besorgt, was ich S. schenken will. Wie wunderbar!

Ich war kurz oben, um das tote Wallaby anzuschauen. S. konnte sich den Tod nicht erklären, weil fast alle australischen Tiere schwimmen können, so auch die Wallabies. Vielleicht sei es gejagt worden.
Ich fand es nicht mehr, es war weg! Dann sah ich es doch, es war wieder zum Wasser runtergerutscht und lag halb wieder drin. Als ich näher kam, war ich verblüfft: es war total geschrumpft und völlig flach. Dann sah ich, dass die Fliegen es von Innen aufgefressen hatten. Alles, was nicht Knochen oder Fell war, war quasi weg. Unglaublich.

Auf dem Rückweg ging ich meinen Berg hier hoch zu dem Baum, unter dem ich eine Terrasse bauen will. Er hat tatsächlich schönen Schatten, weil er genug Laub hat. Ich könne auch erstmal eine Hängematte dort aufhängen, zur Probe. Mal sehen. Es gibt so viel zu tun; so viele Stellen, um zu sitzen, zu liegen, zu laufen und zu stehen...







Abends
Eben war ich nochmal am Strand, der sich heute ein wenig düster gab, auch wenn die Abendsonne einen Teil vergoldete. Natürlich kein Jogger weit und breit, mit Sonnengruß und allem – der übt jetzt schön im Yoga-Center. Die einzelne Möwe, die ich jedes Mal dort habe allein stehen sehen, stand auch heute wieder dort. Und eine sehr große Eidechse lag völlig unbewegt im Sand, so dass ich dachte, er sei tot. Aber das war er nicht, wie ich später sah, nur steifgefroren, vermute ich. Da lag sie natürlich blöd, wenn die Adler ihn sehen...
Das Meer ist ein starker Kontrast zum Busch – alles ist Weite, Licht und Bewegung, es riecht nach Salz und stellenweise ein wenig nach Tang. Im Busch ist es dicht und voll und riecht nach ätherischen Ölen, die Vögel kreischen und die Wallabies brechen klopfend durchs Gebüsch. Dass beides hier so dicht beieinander ist erstaunt mich immer wieder.
Auf dem Rückweg kreuzte der dicke, kleine Wombat meinen Weg. Ich hoffe, er hat sich den Bauch mit Blutegeln vollgeschlagen.

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