Freitag, 1. Dezember 2017

Erdbeeren

Ich habe ein paar dicke Äste zersägt und einen neuen Holzstapel angefangen, was etwas sehr Befriedigendes ist. S. hat auf seinem Grundstück die Holzstapel einfach frei an Bäumen aufgebaut, gar nicht an einem Haus oder einer Wand, so habe ich das jetzt auch gemacht. Dann wollte ich die Kette der Säge austauschen, weil ich den Eindruck hatte, das Schärfen ist mir nicht gut gelungen. Das hat mich eine gute Stunde beschäftigt, bis ich das Funktionsprinzip begriffen habe. Am Ende war ich mir trotzdem nicht sicher, ob ich es richtig gemacht hatte und wagte nicht, sie anzuwerfen. Ich will erstmal meinen Sägen-Manger zu Rate ziehen.







Es braut sich was zusammen.

Neuer Holzstapel.
Aber dann habe ich angefangen, mit der Spitzhacke gegen dieses Gras am Outsleeper vorzugehen. Es steht tatsächlich in ganz und gar nassem Grund, was bedeutete, dass Blutegel und Mücken gleichermaßen in Scharen über mich herfielen. Ich hackte drei Büschel aus – harte Arbeit, aber ich glaube, es ist gut, wenigstens die am Haus und an der Dusche zu entfernen, sonst trocknet es da nie richtig aus. Mal sehen, wie weit ich komme.
Dann ging ich rüber zum Meer, um meine Mails zu checken. Es war den ganzen Tag sehr warm, fast schwül gewesen und das Meer kräuselte leicht seine Oberfläche, aber es machte praktisch keine Wellen. Nur ab und zu, da kam etwas heran das aussah, als wenn man einen Stock oder eine Schnur sehr schnell unter einer Stoffbahn herzieht – und erst ganz am Schluss, da zerschwappte diese seltsame Erscheinung in ein kleines, schaumiges Gewirbel an den Strand. Von Westen her braute sich träge etwas Graues, Massiges am Himmel zusammen, worin die Sonne bald verschwand. Keine Surfer, kein Mensch war weit und breit. Ich saß auf der Bank und versuchte, meinen Geist zu leeren, indem ich meinen Blick starr auf den weit entfernten Horizont heftete. Meine Güte, das Geschwätz in meinem Kopf ist schwer zur Ruhe zu bringen. Ich muss das üben.
Als ich zu Hause war sah ich S. die Rinne neben seinem Weg säubern. Ich ging rüber und fragte, was los sei. Er sagte, es sei für die nächsten Tage heftiger Regen angekündigt, doppelt so viel, wie das letzte Mal, das würde ihm den Weg wegspülen, wenn die Rinne verstopft sei.
Er hatte heute wieder gearbeitet, war ziemlich erledigt und schaffte es nicht mehr in den Garten. Ich könne mir Erdbeeren holen, sagte er, bevor der Regen kommt. Ich holte für uns beide welche – sie sind unglaublich köstlich. Richtige Erdbeeren mit ganz eigenem Geschmack: nicht einfach nur süß, sondern viel vielfältiger, fruchtiger, intensiver als ich sie kenne.

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