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| Dicke Löcher im Boden. |
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| Busch kämpft gegen Wind. |
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| White Beach und Fischfarm. |
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| Dickicht. |
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| Rettender Weg. |
Ich kam auch hin, eine ehemalige Schafweide nehme ich an, es waren noch Zaunpfähle zu sehen, aber ich konnte nur in eine weitere Bucht hinuntersehen, hinter dem Hügel türmte sich ein weiterer, hoher Berg auf.
Ich war hin- und hergerissen: sollte ich, wo ich nun schon mal so weit vorgedrungen war, versuchen, den dicht bewaldeten Berg hochzukommen? Er war sehr, sehr, sehr steil, versprach damit eine schöne Fernsicht und der Wald würde Schatten spenden.
Ich stieß zögerlich immer weiter ins Gebüsch vor, das sich über die Flanke des (sehr, sehr, sehr steilen) Berges hinzog, teilweise kam ich gut durch, dann wieder erschien es mir hoffnungslos. Und es ist eben ein Risiko: wenn ich weiter und weiter ins immer undurchdringlicher werdende Gebüsch vorstieß und es öffnete sich nicht irgendwann der erhoffte freiere Wald, dann saß ich da fest. Wenn ich mich umdrehte, dann war da Dickicht, Dickicht, Dickicht (die dreimalige Wiederholung eines wichtigen Wortes ist heute mein favorisiertes Stilmittel, das ist so gut, gut, gut) und ich hatte keine Ahnung, wo ich war und wie ich da je wieder rausfinden sollte. Es ist hier halt nicht so wie in Deutschland, wo man sich zwar auch im Wald verlaufen kann, aber da kommt man irgendwie durch und ist spätestens innerhalb einiger Stunden in irgendein Dorf. Hier nicht. Hier ist nur Busch, Busch, Busch. Und teilweise undurchdringlich. Keine Dörfer hier im Südosten. Nicht mal mit dem Mobile kann man Hilfe rufen, weil man keinen Empfang hat.
Ich drehte um. Fand zurück zur Schafweide und stieß dort auf einen Fahrweg! Und der führte mich schnurstracks durch den Wald runter zu meinem Heimweg. So einfach kann es sein.
An einer Stelle auf meinem Weg singt jeden Abend eine Amsel, das ist so wunderschön, dass es mich richtig süchtig macht. Dort ließ ich mich jetzt einfach auf den Weg fallen, setzte mich mitten hin. Warm und sandig war er, der Weg, ich saß im Schatten eines Baumes, hörte der Amsel zu und trank mein Wasser aus.
Das Meer dröhnte und ich merkte, dass mein Gehirn das immer noch als Mittleren Ring verortet. Mein Gehirn kann das alles hier noch nicht wirklich begreifen oder ernstnehmen und es war besorgt, dass ich hier völlig vorschriftswidrig mitten auf dem Weg saß. Das sollte ich mal im Englischen Garten probieren, fünf Minuten später wäre der Notarzt da.
Was ich sagen will: es ist gar nicht so leicht, den neu gewonnenen Freiraum auszufüllen oder auch nur zu bemerken. Das lerne ich erst Schritt für Schritt und es macht großen Spaß, Spaß, Spaß.
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| Wurzelschnitt. |
Abends habe ich mir noch angesehen, was der deutsche Surfer mit S.s Garten gemacht hat: er ist am Montag, als ich meinen einsamen Kampf auf dem Damm kämpfte, hier mit seinem Traktor und einer Art großem Messer einen Ring gezogen um den Garten und die Wurzeln der Bäume durchtrennt, die sich zum Garten vorgearbeitet hatten. Ich konnte nicht sehen, wie tief der Schnitt geht, ich muss S. fragen.
Ich bin dann noch rüber zum Meer, wo tatsächlich noch ein einzelner Surfer herumtrieb. Das Meer machte heute wieder so breitgezogene Einheitswellen, das ist aufregend. Es baut sich über die gesamte Breite des Strandes ganz langsam eine einzige große Welle auf. Und sie behält ihre einheitliche Linie, wird höher und höher, wölbt sich rund und kracht dann mit einem derartigen Donnern nieder, dass es mich nicht überrascht, die Brandung bis hierher hören zu können, über ca. einen Kilometer. Die Wellen, das Meer, der Himmel und die Wolken sind jeden Abend anders. Das sollte einem zu denken geben.






























