Freitag, 3. November 2017

Kälte

Heute ist es richtig kalt, das Thermometer in der Speisekammer zeigt 12 Grad. Auch in Hobart ist es kalt, schrieb H.. Wenn es stürmt und regnet und kalt ist, merkt man, wie dünn die Außenhaut ist, die ich hier in Form dieses Holzhäuschen habe. Der Wind zieht durch die Ritzen, der Regen sprüht an die Fenster und manche Sturmböen lassen das Häuschen erbeben, aber es ist sehr gemütlich, wenn man sich dann mit dem Herdfeuer und Decke und Wärmflasche auf dem Bett oder Sofa einrichtet. Das Wetter wechselt ständig und schnell, zwischendurch gab es immer mal wieder Sonne.
War bei S. oben, er macht Fisselarbeit an seiner Werkstattaußenverkleidung. Zeigte mir genau, was er grade macht. Versprach mir einen halben Kürbis.

Möwe.



Mir war nach einem großen Projekt, also fing ich an, mich durch die wirren Holzberge hinter dem Schuppen zu graben. Alles lag wie Kraut und Rüben, teilweise verrottet, teilweise noch total gut, teilweise in der Erde versunken – es sah total entmutigend aus. Ich entriss dem Gewirr immer mehr Bretter, Latten und Holzstücke, prüfte die Qualität, sortierte und ordnete, machte verschiedene Stapel. Ob das Sinn macht? Ich weiß es nicht. Einfacher wäre es, einen Baum aus gutem Holz zu zersägen, aber irgendwie stört mich diese modernde Ecke da hinten. Ich mache jetzt erstmal weiter.



Ein Gang zum Meer – die Möwe war da und auch der zweite Vogel (schwarz und weiß), der immer an derselben Stelle steht, in einigem Abstand zu der Möwe. Da stehen wir drei nun jeden Abend, die beiden da unten, ich oben auf den Klippen, und schauen aufs Meer.
Als ich zu Hause dann nochmal mein Werk betrachten wollte und zum Schuppen ging, stand der Wombat da und starrte mich an. Ich starrte ihn an. Wir waren nicht aufeinander vorbereitet, er und ich. Vielleicht wollte er sich anschauen, was ich da mit dem Holz gemacht hatte. Vielleicht war das sein Lieblingsplatz zum Chillen. Ich holte langsam die Kamera aus der Jackentasche, da drehte er ab. Ein Wombat, das ist ein ganz schön großes Tier, muss ich sagen. Ich wünschte ich wüsste, was er frisst. D. meinte, er sei von Menschen aufgezogen und ausgesetzt worden, deshalb ist er wohl gern hier am Haus.



http://linde127.blogspot.de/2016/12/street-view.html Weiter