Samstag, 18. November 2017

Nachtleben

Lucy.
Charly.
Sally und Sam.
Miracle.
H. leiht mir seine Kamera! Bin glücklich!

Ein Tag in der Stadt - Sonne, Vögel, Blumen hier oben, dann unten die Mall mit all den Geschäften und dem Gerenne. Die Stadt ist angelegt in einem Muster sich rechtwinklig schneidender Straßen. Ein Einwohner aus Hobart muss in der Innenstadt von München völlig verzweifeln, die ist wie ein Labyrinth dagegen mit allen den runden, verwinkelten Straßen und Plätzen. Aber dieses Symmetrische hat auch seine Tücken: es sieht alles gleich aus. Und ich fand die Himmelsrichtungen nicht, wegen dem Unsinn, den die Sonne macht, d.h. auch mein Stadtplan nutzte mir nicht viel. Ich trieb hin und her, hin und her - immer wieder genau in die falsche Richtung. Irgendwann fand ich dann doch ein paar Läden und bekam sogar den dritten Vorhang, der mir noch fehlte.
In dem Geschäft gab es eine Sonder-Aktion: man konnte mit einem Gutschein, wenn man für 100 $ eingekauft hatte, einen Rabatt kriegen. Vor mir war eine alte Lady mit so einem Gutschein, die hatte grade für 91 $ eingekauft, also lief sie nochmal los, um was anderes zu kaufen. Sie kam zurück mit einer Garnrolle für 9 $, aber - bedauernd zuckte die Verkäuferin die Schultern - die sei auf 5 $ runtergesetzt. Die Lady musste nochmal los. Sie brachte irgendwas für 6 $, aber - runtergesetzt! Es fehlten immer noch 50 Cents! Sie gab nicht auf und wird sicher irgendwas ganz, ganz Kleines gefunden haben, was sie dann doch noch in den Rabatt-Himmel versetzen würde. So kann man seine Freizeit verbringen.

Zurück ging in zu Fuß am Fluss entlang, was sehr idyllisch ist. Irgendwann wurde es dann steil, weil es hier immer steil wird, in Hobart. Da habe ich mich verlaufen, in einem idyllischen Viertel voller Rosen und Jasmin und Amseln und Holzzäunen und Verranden, wie aus einem englischen Bilderbuch. Ich stieg schwitzend und keuchend mit all meinen Einkaufen die Straße hinauf und hatte keine Ahnung, wo ich war. Niemand war zu sehen, bis auf ein junger Mann. Aber als ich den fragte, wo ich die Waterworks Rd finde, da wandt er sich vor Verlegenheit: "Ich wohne hier, aber ich habe keine Ahnung!" Ich konnte ihn gar nicht trösten, so peinlich war ihm das. Mein untrüglicher Instinkt brachte mich dann doch noch nach Hause.

Später:
Ich versuchte, mit Lucy spazieren zu gehen, aber es gelang mir nicht, sie geht nur mit D. raus. Ich trug sie in den Wald, alle Spaziergänger sagte: "Oh, how cuuuuute", wenn sie das zitternde schwarze Bündel auf meinem Arm sahen. Setzte ich sie ab, stand sie wie festgenagelt mit gekrümmtem Rücken und starrte den Weg zurück. Der Rückweg ging dann ganz schnell, gezogen von einem kleinen, schwarzen Turbo-Motor.

Hobart-Bridge.


Am Abend fuhren D. und ich dann mit dem Hundchen runter zum Meer, für einen Gang. Dort war grade der zweimal im Monat stattfindende Twilight-Markt: total nett in einer Parkanlage am Wasser, ein bisschen Kunsthandwerk, ein Musiker, ein kleiner Biergarten, ganz viele Essensstände, u.a. sogar einen mit deutschem Flammkuchen. Wir hatten aber kein Geld dabei.


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