„Wie Buddy von der Panhandle oben zurückgekomm' iss, da hat er mir erzählt, wie's dort mal windstill war, da wären plötzlich sämtliche Hühner umgekippt.“So ähnlich fühlte sich das an heute Morgen. Aber ich gewöhnte mich schnell wieder ein. Der Tag verlief ruhig, am Nachmittag arbeitete ich ein bisschen hinterm Haus, räumte ein paar Schubkarren Tierkacke weg. Ein Blutegel gelangte an meine Hand und ich hatte Mühe, ihn abzudrehen. Was die für eine Kraft haben, die kleinen Biester. Nur so unförmige, schwarze Würmer, ohne Arme, Beine, Kopf, Augen – nichts als ein winziger, gieriger Schlauch der sich vorne verdünnt. Und dieses dünne Ende wedelt hin und her, wenn es ein warmes Lebewesen mit Blut drinnen spürt und es versucht, da hinzugelangen. Was für ein Leben...
Die Sonne stand im Westen, es war zu kühl auf der Terrasse, darum trug ich meinen Liegestuhl auf die Terrasse vom Outsleeper, die in der Abendsonne lag, und tankte Wärme auf, neben mir eine winzig kleine Eidechse. Dann fing ich etwas an, was man vielleicht als 'Meditation' bezeichnen kann: ich tat die Bücher beiseite, legte die Füße hoch und konzentrierte mich – den Blick fest auf die Bäume gerichtet – auf die Gegenwart. Nur Vögel und Blätterrauschen. Sonne in Blättern. Eine Fliege brummt vorbei. Das Geschwätz in meinem Kopf ebbte manchmal ab, manchmal wurde es wieder mehr, aber es war insgesamt ein äußert glücklicher Zustand. Das werde ich jetzt mal ein bisschen üben. Den Kopf leeren.
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| Das ist eine der Kanten, auf denen man stehen kann. Sieht nicht so stabil aus, finde ich. |
Später ging ich zum Meer und sah auf dem Weg die Viererbande von sehr großen, schwarzen Kakadus, die hier zusammen leben und unwahrscheinlich laut sind. Kommunikation ist alles – das ist ihr oberstes Gebot und sie halten mit nichts hinterm Berg. Sie sind einfach pausenlos mit großem Nachdruck am Lärmen. Mit langsamen Flügelschlägen suchten sie ihren Schlafbaum auf, um dann vielleicht mal ein paar Stunden den Schnabel zu halten. Wer weiß.
An der Küste ging ich mal den Pfad weiter durch das Gebüsch. Das scheint ein richtig gepflegter Track zu sein, den werde ich mal ausprobieren. Wenn mein ausgefüllter Terminkalender mal eine Lücke hat. Er geht an der Küste lang, hoch Richtung Wildnis.
Später:
Ein enormer Vollmond ist aufgegangen. Das Meer, das vorhin Ebbe hatte, donnert wild in der Stille der Nacht. Ein Vogel beginnt zu rufen, er klingt wie ein Kuckuck.












