Heute hat es überhaupt nicht geregnet. Die Sonne schien, auch wenn es nicht richtig heiß wurde. Eigentlich wollte ich D. mit ihrer Waldkindergruppe in den Wald begleiten, aber dann war mir doch nach Ruhe und ich blieb hier. Lag im Bett mit meinem Notebook, der Hund schlief neben mir, der Vogel saß auf dem Wäscheständer und leistete uns Gesellschaft.
Später ging ich hoch in den Garten, eskortiert von den beiden weißen Enten, die hocherfreut das hohe Gras in den Beeten und auf den Wegen durchstreiften, sich dann unter den Himbeeren niederließen und unentwegt leise vor sich hin quackelten.
Der Garten von D. ist ja ein Paradies für mich, im Vergleich zu den Bedingungen in Roaring Beach: keine leeches, die Erde ist weich und krümmelig, die Vögel singen, unten im Hafen lag ein riesiges Kreuzfahrtschiff und überragte die kleine Stadt wie eine Burg im Mittelalter - alles ist friedlich und wohlgeordnet, hier in der Stadt. Ich machte nichts anderes, als die Wege vom Gras zu befreien, was so leicht wie befriedigend ist. Ich werkelte bis in den späten Nachmittag, irgendwann ließ das Kreuzfahrtschiff sein melancholisches Horn ertönen und schob sich unendlich langsam aus der Stadt heraus, aufs Meer. Ich trieb die Enten und das Huhn aus dem Garten und machte Feierabend. Jetzt bestellen wir alle Pizza. Wie einfach das Leben sein kann, man vergisst das ganz im harten Überlebenskampf da draußen.
Am Abend sahen wir uns auf einem tasmanischen Fernsehkanal die Rettung des Paraglyders vom Roaring Beach an - es gibt eine Serie, wo sie die Einsätze des Hubschraubers dokumentieren und in diesem Fall gab es auch die Bilder von der Kamera des Paraglyders, so dass wir seinen Zusammenprall mit den Felsen und seine Schmerzensschreie hautnah mitbekamen. Wir sahen aus S2 im Hintergrund, aber leider immer etwas unscharf.








