Heute musste D. nicht arbeiten und wir fuhren in einen kleinen Ort Richtung Süden, nach Kingston, wo wir auf ein äußerst aufgewühltes Meer trafen und einen Fluss mit Hochwasser, denn auch hier hatte der Regensturm gewütet. Es gab eine dicke Schaumschicht am Strand und eben recherchiere ich:
Im Herbst und Winter - vor allem nach einem schweren Sturm - scheint es als habe die See einen Waschtag für den Strand eingelegt. Heller weißer Schaum bedeckt große Teile der Flutlinie und auf den Wellen sind große Schaumberge zu sehen. Der Schaum entsteht jedoch nicht etwa durch ein Waschmittel! Im Meer existieren viele Arten kleiner Pflanzen. Die Algen schweben durchs Wasser und bilden den Anfang der Nahrungskette in den Meeren und Ozeanen der ganzen Welt. Sie sind auf der Erde verantwortlich für alles Leben, weil Algen durch Fotosynthese fast die Hälfte des Sauerstoffs in der Atmosphäre erzeugen! Eine von tausenden Sorten von Algen ist die Schaumalge. Diese Algenart lebt in großen Gruppen zusammen. Wenn eine solche Kolonie stirbt, werden die Überreste von den Wellen zu Schaumbergen aufgepeitscht. Wind und Strömung sind dafür verantwortlich, dass der Schaum in Richtung Strand geblasen wird!
Als wir wieder hier waren stellte ich fest, dass meine Leech-Wunde wieder geblutet hatte. Mittlerweile war das Blut festgetrocknet in meinem Shirt und D. und ich fuhren runter in eine Art Apotheke, um nach Mitteln zur Fleckentfernung zu fragen.
Zwei Dinge habe ich gelernt: 1. es gibt keine Fachleute hier, d.h. meistens verkaufen hier Studenten, die so viel und so wenig wissen wie die Kunden auch, 2. es gibt hier einfach ganz wesentliche Dinge nicht zu kaufen. Fleckentferner z.B., aber auch keine richtigen Wiener Würstchen oder überhaupt alle Wurstsorten. Und kein Brot. Richtiges Brot. Es gibt zwar einen Polen, der richtige Wurst und Aufschnitt etc. in eine eigenen Laden verkauft und einen Deutschen, der richtiges Brot verkauft, aber da muss man extra hinfahren, es ist sehr teuer und gilt hier als exotische Spezialität.
Ich glaube, für die Australier müsste ein Besuch in Deutschland verstörend sein, allein wegen dem gigantische Warensortiment, was es bei uns gibt. Mir war das gar nicht so bewusst.
ABER: die Ladenöffnungszeiten hier sind unglaublich. Die Supermärkte sind jeden Tag von 6 Uhr früh bis MItternacht geöffnet.
Charly bekam einen Kartoffelchip und tunkte ihn immer wieder ins Wasser, um das Salz abzuspülen und ihn aufzuweichen. Mit einer Kralle hält sie (es ist ein Weibchen, was sich erst herausgestellt hatte, nachdem sie im Kleiderschrank ein Nest gebaut hatte) den Chip und knabbert ihn zierlich zusammen. Total süß.










