Ich fragte nach dem Adlernest – es sei schwer zu sehen, sagte er, er wird es mir mal zeigen. Das Paar, dem die Hütte ganz oben gehört, lebt in Hobart, sie kommen nur ein-zweimal im Jahr her. Sie haben das ganze Terrain, das ihnen gehört, zum Naturschutzgebiet erklären lassen, das kann man, ab einer bestimmten Größe.
Das Schärfen der Säge machte S. einige Schwierigkeiten, die Zähne sind auf einer Seite länger als auf der anderen und die Feilen, mit denen die Zähne einzeln geschärft werden, griffen zum Teil nicht. Ich bekam den Auftrag, neue Feilen zu kaufen im Hardwareshop in Nubeena. Er erzählte, dass er gestern einen Mann gesehen hatte, der mit einer schlecht geschärften Säge hantierte. So eine Säge weicht zur Seite aus und macht lauter Faxen und sägt Halbmonde und der Mann murkste fürchterlich herum damit.
„Hast du ihm das gesagt, dass die Säge nicht richtig geschärft ist?“ fragte ich.
„No“, sagte S., „I don't want him to feel bad.“
D. schrieb eine SMS:
„7. Januar: Mount Field, eine Nacht (Sonntagfrüh hin, Montagnachmittag zurück). 29./30. Januar: Ostküste, Haus am Strand, Coles Bay, Wineglass Bay, Friendly Beaches... mit Hund und Jo. und A., (Montag hin, Mittwoch zurück). Jetzt fängt der Urlaubs-Stress an.“
Ich werde URLAUB haben! Endlich! Ausruhen, Strand, Bushwalken! Das habe ich mir verdient! Jo. ist der älteste Sohn von H., er ist bei der Army, A. ist seine Freundin, eine Pharmazeutin, die noch ein Medizinstudium angefangen hat. Bezeichnenderweise rangieren sie in der Familienhierarchie hinter dem Hund, was sie sicher sofort akzeptieren würden, denn der Hund ist nun mal der Mittelpunkt der Familie. Früher, als sie mit den kleinen Kindern an den Wochenenden noch öfter hierher gefahren sind, mussten sie immer alle Tiere mitnehmen, auch die Hühner, die in einem Extra-Reisekäfig anreisten.
![]() |
| Solardusche. |
Ich habe mich zum Abfluss vorgearbeitet und wühle nun im Schlamm. Wie mit Sekundenkleber haftet der Lehm in dicken Klumpen an der Spitzhacke. Wenn ich ihn nicht löse, was ich mit einer Schaufel machen muss, die dann auch sofort verklebt ist, ist die Hacke noch schwerer als eh und Teile des Schlamms fallen mir auf den Kopf, wenn ich sie hebe. Es ist ein mühsames Geschäft. Ich werde einen Graben anlegen und mit Dachrinnen auskleiden, als Provisorium, bis das neue Rohr da ist.
Ich bin jetzt, am Abend, so erledigt, dass ich mich eben kaum bis zum Strand vorschleppen konnte. Ganz schwere Beine habe ich. Es weht heute ein sehr warmer Wind, fast wie der Fön in München, sowas kannte ich hier gar nicht.
S. kam mit einem Berg von Erd- und Himbeeren und füllte mir eine Schüssel voll ab. Was für ein Geruch das ist – frische Beeren, direkt nach dem Pflücken, er hüllte uns in WOLKEN von Aroma ein, Sommer-Aroma...






