Freitag, 15. Dezember 2017

Waschmaschine

Ich habe nochmal über die Säge nachgedacht und über das, was S. gesagt hat: dass die Zähne der Kette so ungleich seien. Weil: meine Säge machte niemals grade Schnitte, sondern fraß sich immer schräg in die Stämme. Was mühsam und überflüssig ist und man kann den Stamm dann nicht drehen und von der anderen Seite weitersägen. Ich dachte immer, es sei meine Schuld, dass ich die Säge schräg halte oder so, aber heute habe ich mal ganz bewusst mir das angeschaut beim Sägen: es ist die Kette, die die Säge schräg zieht! Mit dieser Kette brauche ich nicht weiterzumachen. Ich habe noch eine in Reserve, die probiere ich morgen mal aus.


Dann habe ich beim Abflussrohr eine lange Rinne mit Dachrinnen improvisiert, sie endet weiter unten am Hang, weg vom Haus. Ich goss in die Badewanne einen Eimer Wasser und rannte dann runter, zum Rohr. Ich war einen kleinen Augenblick vor dem Wasser da und sah, wie es sich prächtig in die Rinne ergoss und dann hinunter und am Hang verschwand. Es funktioniert! Jetzt wird der Sumpf am Outsleeper ausgetrocknet und ich hacke noch die Büschel dort weg. Keine Mücken, keine Leeches, keine Disteln mehr!

Geschafft!!
Noch nicht geschafft...
Nun hatte ich auch Lust, die Waschmaschine auszuprobieren, was mit den üblichen Fehlschlägen begann: ich konnte zwar die Uhrzeit einstellen und die Uhr ging los, nicht aber die Waschmaschine. Dabei hatte ich das Aggregat, über das die Solarenergie reinkommt, angestellt. Ich holte mein Wörterbuch und übersetzte Wort für Wort die Anleitung, aber ich fand einfach nicht den An-Aus-Knopf. Schließlich warf ich den Generator an, der sich aufführt und riecht wie diese ur-ur-alten Lastwagen aus Polen, denen man früher auf  der Transitstrecke nach Berlin begegnete. Aber: damit ging die Waschmaschine, und WIE! Wie eine richtige Waschmaschine warf sie die Wäsche in der Trommel herum und knetete sie ordentlich durch. Also lag es am Strom. Schließlich fand ich einen zweiten Schalter, der zu dem Aggregat gehörte und den ich nicht angemacht hatte. So ist das immer – fast nie klappt etwas sofort, alle neuen Versuche beginnen so stolpernd und pannenträchtig. Aber immerhin, nun konnte ich auf Solarenergie umsteigen. Dachte ich. Wieder weit gefehlt. Mutlos piepend machte sich das Aggregat an die Arbeit, hatte der Maschine aber nur ganz, ganz wenig Strom zu bieten, in minimalen Portionen. Das reichte kaum für eine halbe Umdrehung, dann ging die Maschine wieder aus. Wieder dieses Piepen, ein wenig Bewegung kam auf – wieder vorbei. An der Schleuder versagte die Solarenergie dann ganz und gar, also muss ich mit dem Generator waschen. Das ging allerdings prächtig, in kurzer Zeit war die Wäsche wunderbar sauber und geschleudert und ich konnte sie draußen aufhängen. Keine Ahnung was ich mache, wenn der Sprit im Generator verbraucht ist.




Am Abend ging ich auf den Weg runter um zu schauen, ob S. im Garten ist. War er nicht, aber ich habe dort Empfang! Rätsel über Rätsel. Vielleicht kommen die Funkwellen über die Schneise, die der Creek zum Meer hin macht.
Es war warm, ich saß mit Faulkner auf der Bank am Meer, das diesmal keine Wellen machte, sondern nur ein Gekrussel und Geschäume über die ganze Fläche hin. Über dem Festland zogen sich dichte Wolken zusammen und als die Sonne weg war, begann ein heftiger Wind, der sich nun, wo ich zu Hause bin, immer mehr steigert. Es sieht nach Regen aus.
H. schreibt, das Jo. und A. morgen hier vielleicht vorbeikommen und übernachten. Ich kann Jo. für die ganz schweren Arbeiten einspannen, denn er muss immerzu trainieren. Vielleicht holt er mir ein paar tote Bäume aus dem Wald, mal sehen.








Heimweg.



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