Später:
Ich hatte eine schnelle Fahrt nach Hobart, der meiste Verkehr ging raus aus der Stadt. Hier ist alles wie immer: die Amseln singen, die Enten quackeln, Charly schrie empört, weil sie im Käfig sein musste wegen der Weihnachtsbäckerei. Selber Schuld, wenn man durch dauerndes Stehlen seine Vertrauenswürdigkeit verspielt.
Ich hatte ein Geburtstagspäckchen, das hat mich gefreut! Dort waren u.a. die drei Buchstaben meines Namens aus Holz drin, die ich hier nutzen kann, um die Dinge, die ich essen will, vor den stets ausgehungerten Kindern zu verteidigen. Ein sehr nützliches Geschenk!
Dann sah ich dass S.2, der deutsche Surfer vom Berg gegenüber in Roaring Beach, mir eine SMS geschickt hat: er ludt mich zu sich ein, weil er einige deutsche Freunde da hatte, ich solle doch einfach hochkommen. Das fand ich total nett! Weihnachten ist hier wirklich die absolute Partyzeit, pausenlos treffen sich die Leute und haben Spaß, freuen sich über die Ferien und den Sommer, es ist die geselligste Zeit des Jahres, scheint mir.
D. und ich gingen später noch mit dem Hund oben auf dem Berg spazieren und es gelang Lucy, sich in einem toten Wallaby zu wälzen. Sie wurde geduscht und versuchte vergeblich, den Shampoo-Geruch am Sofa abzureiben. D. sagt, Lucy nimmt diese fetten Stubenfliegen ins Maul und trägt sie raus in den Garten, anstatt sie zu töten.
Wir waren dann bei einem Paar, G. und C., hier in der Straße, die ich mittlerweile auch schon gut kenne, zu einer kleinen Party eingeladen. Sie wohnen in einem schönen, älteren Haus mit einem idyllischen Garten und wunderbarem Blick in den Wald. Aber die Idylle ist trügerisch – auch hier ist die Natur einfach sehr, sehr übergriffig: die Tiere räubern die Früchte des Gartens, die Bäume nehmen das Licht und strecken die Wurzeln überall rein, das Haus ist feucht – G. ist immerzu am renovieren und restaurieren und erneuern, erzählte sie. Manchmal wünscht sie sich, das Haus einfach anzuzünden. Ich fand es wunderschön dort: ein großer Holztisch umgeben von alten Sprossenfenstern mit Blick in die überwältigende Fülle des Waldes, lauter freundliche Menschen, angenehme Gespräche, Wein und Snacks – es war so friedlich wie in einem englischen Roman. Irgendwie haben die Australier die Ruhe weg, das spürt man. Diese Entspanntheit ist sehr angenehm.
![]() |
| Familiärer Weihnachtsbaum. |
![]() |
| Geschenke für morgen. |
![]() |
| Die ganze Familie. |
Hier ein schönes Video mit Weihnachtsliedern (2:46 Min):





