Das erschütterndste Erlebnis heute hatte ich beim Lesen der Kafka-Biographie. Ein Kapitel war zu Ende, ich schlug die nächste Seite auf, da stand plötzlich so Zeug wie: „Mein besonderer Dank gilt...“.
Was war das?!Das Buch war ZU ENDE! Ich war geschockt. Darauf war ich nicht vorbereitet, nicht so plötzlich. Hilflos starrte ich auf die Liste derer, denen Stach zu Dank verpflichtet war. Was nun?
Ich stürzte ins Haus und holte mir von Nabokov: „Die Kunst des Lesens“, was eine Sammlung seiner Vorlesungen über europäische Literatur ist. Davon hatte ich mir viel versprochen, aber es war ein Fiasko. Er kam so derartig schulmeisterlich und selbstgerecht daher, dass ich es nicht aushalten konnte. Nicht nach Reiner Stach, gegen den er ein geschwätziger Bulldozer ist. Ich entsorgte das Buch kurzerhand im Müll und ging Holz machen. Ich muss mir überlegen, wie es jetzt weitergeht, die Lektüre ist was wirklich Wichtiges.
Fotos bei S.:
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| Balken von Schiffswerft. |
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| Gästehütte. |
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| S.s Haus von unten. |
Er sagte, er hätte eine Anfrage bekommen von Leuten, die hier auf seinem Grund ein Festival veranstalten wollen im März: Newkind Festival. Er hat ja da unten diese große Wiese und sie suchen einen Platz in Tasmanien in der Nähe eines Strandes. Letztes Jahr hat es schon mal irgendwo stattgefunden. Es werden so 400 Leute von überall her erwartet, wahrscheinlich irgendwelche Aktivisten oder so. Sie kommen ohne Autos, werden mit einer zentralen Küche versorgt, d.h. es wird alles organisiert von den Veranstaltern. Ich muss mir mal die Website anschauen. S. weiß noch nicht, was er davon halten soll.
Ich könnte einen Kurs in Kettensägen anbieten, sowas lieben die Leute aus der Stadt.
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| Neuer Stapel. |
Dann ging ich zum Meer und auf dem Weg begegnete mir wieder ein Wombat. Ich blieb stehen und der Wombat auch. Wir standen beide und sahen uns an. Es ist nicht oft, dass die Tiere hier einen ansehen, meist fliehen sie sofort. Der Wombat dachte lange nach. Dann begann er, ganz langsam Pfote vor Pfote setzend, mich dabei forschend und bekümmert anschauend weil er nun den Weg freigeben und dafür viel Unbequemlichkeit in Kauf nehmen musste, sich ins Gebüsch zu schieben. Lieber hätte er es gehabt, wenn ich mich ins Gebüsch geschoben hätte. Ich hätte sagen können, dass nicht der Wombat diesen Weg angelegt hatte, sondern der Mensch und darum auch die vorrangigen Nutzungsrechte hat, aber ich spürte, dass er diesem Argument nicht zugänglich sein würde. Ich wartete, bis er sein umständliches Manöver abgeschlossen hatte, dann ging ich weiter.
Eine winzig kleine Schlange scheuchte ich noch auf, eine Baby-Schlange, sie schlängelte in Windeseile davon.
Als ich zu Hause war nutzte ich den brennenden Ofen aus und nahm wieder ein Bad – diesmal war es richtig heiß. Morgen muss ich die Weichen stellen, für meine nächsten Lesezeiten. Ich hoffe, ich kriege es hin.































