Donnerstag, 25. Januar 2018

Feuerkatastrophe

S. war zum Mittagessen da. Er überlegt, sich eine „Rettungsinsel“ im Löschwasserteich zu bauen, wo er im Wasser wäre und über sich eine Art Zelt oder sowas hätte.
Er erzählte, als die Familie 1967 von Sydney nach Tasmanien gezogen war (da war er sechs) gab es ein Feuer, das den ganzen Süden von Tasmanien verbrannte. An die sechzig Leute starben, es war das größte Feuer, dass es je hier gab. Es waren insgesamt fast zweihundert Feuer, die außer Kontrolle gerieten in einem heftigen Wind, die Feuerwehr war hilflos.  Hobart war komplett eingeschlossen, die Außenbezirke brannten, auch die Waterworks Rd, wo H. wohnt, der ganze Mount Wellington ist abgebrannt.
S sagte, er sei in der Schule gewesen, als es losging und die Schulbusse kamen plötzlich und sie wurden alle heimgeschickt. Der Himmel war komplett dunkelgrau, obwohl noch kein Rauch zu sehen war, die Sonne war glutrot. Zu Hause trieben seine Goldfische tot im Wasser, weil es zu heiß für sie war. Sein Vater kam vom Büro heim, zog sich um und ging los zum Mount Wellington, zur Feuerbekämpfung. Es muss ein Alptraum gewesen sein für die Leute. Und der Mount Wellington, der vorher in unzähligen verschiedenen Grüntönen bei jedem Licht ein anderes Bild abgegeben hatte, der Berg war danach einfach schwarz für viele Jahre.
In Tasmanien sei nur noch ca. 10 % des Busches richtig alt, alles andere ist abgeholzt oder abgebrannt und dann viel zu dicht wieder nachgewachsen. Der alte Busch bestand aus riesigen Bäumen, zwischen denen viel Platz war, wie in einem Park. Ein alter Holzfäller hatte ihm erzählt, man hätte da bis zu 500 Meter weit durch die Bäume schauen können. Darum gab es nicht diese verheerenden Brände wie heute, die Aborigines rodeten das kleine Zeug kontrolliert durch Feuer, das geriet nicht außer Kontrolle. Heute wachsen die Bäume einfach viel zu dicht, dazwischen wird das Gestrüpp immer mehr und mehr – es ist das Paradies für Buschbrände.

Am Nachmittag habe ich die Hängematte unter die Bäume beim Outsleeper installiert, das ist schön. Die Abendsonne scheint dort hin und man hat einen wunderbaren Blick das Tal hinunter. Ich lag dort im Sonnenschein, ein leichter Wind ging, ich schaukelte sanft hin und her und fühlte mich, als hätte ich Ferien.






Kurzschnabeligel.
Lange, dünne Nase!

Morgen kommen H. und D. für eine Nacht, H. wird die Wasserpumpe anschließen und am Freitag wird sein alter Jeep verschrottet, der hier noch immer vor sich hinrostet. Damit ist er viele Male im australischen Outback rumgereist, es wird ein schwerer Abschied. Frank heißt er, ich nehme an, nach Frank Zappa.

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