Dienstag, 2. Januar 2018

Neujahr

Happy new year, everybody!
Es startet kühl und mit bedecktem Himmel. Ich nutzte die Gelegenheit, um ordentlich zu heizen, weil ich Lust auf ein Bad hatte. Ansonsten verstrich der Tag ereignislos – der viele Verkehr auf der Roaringbeach Road nervt, die Häuser sind jetzt alle bewohnt weil Ferien sind, und die Leute fahren pausenlos hin und her, so wie sie es von der Stadt gewohnt sind. Also bestimmt zehn Autos am Tag.
S. kam und riss mich aus einem ausgedehnten Mittagsschlaf. Er brachte mir zwei kleine, ganz neue Gemüse: eine Karotte und eine Zucchini. Er hat den ganzen Tag im Garten verbracht, weil er ja für Nachwuchs sorgen muss und nicht nur pausenlos ernten, sondern auch pausenlos säen muss. Ich hatte darüber nachgedacht, runterzugehen und Hilfe anzubieten, war aber zu müde.

Neue Distelhacke.

Geranien blühen.
Ringeblumen wachsen heran.
Minze.
Und auch die Lilien legen los.
Neuer Handtuchhalter.



Ich schaute von der Terrasse aus einem seltsamen Tier zu, das langsam übers Gelände trödelte und hier und da ein bisschen grub. Es war stachelig, aber sehr groß.
Ich versuchte nochmal, die Säge anzuwerfen, aber es gelang mir wieder nicht. Das ist doch wirklich zu blöd, ich kann das nicht akzeptieren. Aber ich muss.
Immerhin machte ich für die Solar-Dusche draußen am Outsleeper endlich einen gescheiten Handtuchhalter, den man sogar wegklappen kann. Das war vorher ein Elend mit einer dicken Schnur, die nicht lang genug war und durch ein lächerliches kruseliges Fädchen verlängert wurde, das man an einem winzigen, schiefen Nagel einhängen musste. Das war der Handtuchhalter, der gleichzeitig Duschvorhang ist! Ein Skandal! Ich sollte sofort eine Mietminderung androhen!







Am Abend ging ich dann doch zum Meer anstatt in die Badewanne, weil Vollmond war. Unterwegs stieß ich auf eine riesige Gruppe Wallabies, die mit wildem Getrommel ihrer starken Läufe nach allen Seiten die Flucht ergriff und auch ein Wombat stürmte derart panisch ins Gestrüpp davon, dass ich etwas verstimmt war. So ein harmloser, freundlicher Mensch wie ich, und dann werden mir Absichten unterstellt, die eine derartig wilde Flucht erfordern, das ist doch nicht schön. Die Natur kränkt uns, wo sie kann.
Das Meer gab sich wild und schön und düster, über Bruny Island türmten sich dunkle Wolkenmassen, aber  hinter den Bergen lächelte mild und weise der stille, helle Mond und zog gelassen seine Bahn – zwar in die falsche Richtung, aber das wollen wir ihm nachsehen.
So beendete ich gänzlich ungebadet den ersten Tag des neuen Jahres und das heiße Wasser nutzte schnell die Nacht, um vollständig abzukühlen.

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