Ich war gestern ewig auf, schlief dann schlecht und verjagte bei der Gelegenheit mehrmals das blöde Opossum, das nachts permanent versucht, in meinen Blumengarten einzubrechen. Heute Morgen wachte ich dann um halb 11 auf! Unglaublich!
Wir haben immer noch Südwind, d.h. es ist zwar sonnig, aber kühl. Und windig eben. Heute Abend machen sich K und R in München auf den Weg und ich hole sie dann am Dienstagmittag am Flughafen ab und bringe sie in ihr Quartier.
Ich habe zwei neue Stiche die quälend jucken, weil ich am Outsleeper Disteln weggehackt habe. Sowas mache ich nie wieder. Ab jetzt: Ferien!
Am Abend.
Es sieht draußen so frisch und leuchtend schön aus, so frühlingshaft, aber wenn man den Schutz des Hauses verlässt: arktische Winde. Ich war hausfraulich tüchtig: haben gewaschen, Äpfel geschält und kleingeschnitten zum Trocknen, aufgeräumt – alles taoistisch geschult, d.h. sobald ich etwas sehe, was getan werden sollte, tue ich es ohne zu Zögern und ohne drüber nachzudenken. Einfach TUN. GLEICH. Wir Taoisten sind also ganz schön beschäftigt. Plötzlich war schon wieder Essenszeit.
Nach kurzer Mittagsruhe probierte ich einen neuen Weg zum Meer, den S. mir gezeigt hatte, fand ihn aber wahnsinnig anstrengend. Er geht durch viel, viel Gestrüpp und hohes Gras, beständig steckte ich fest oder stolperte in Löcher und ich dachte sogar über Schlangen nach. Nein, ich gehe lieber meinen alten Weg über das Nachbargrundstück und die Klippen.
Am Strandparkplatz sah ich tatsächlich wieder S2, den Surfer. Seit er mich besucht hat treffe ich überall auf ihn, wo ich auch hingehe. Am Strand blies heftig der Wind, ich suchte mir ein Plätzchen in den Klippen, aber hielt es nicht lange aus.
Ich kehrte in Ss Garten ein und sammelte große Mengen Pflaumen und Äpfel vom Boden auf. Die Pflaumen sind seltsam: grünlich, gelb und sie schmecken phantastisch. Nicht wie Pflaumen, sondern wie ein bisschen Nektarine, ein bisschen Zitrone, ein bisschen Banane. Behaupte ich jetzt mal so.
Ich war noch kurz bei S, der grade am Kochen war. Er hatte in Nubeena ein Haus abgerissen oder dabei geholfen. Und er hatte schon angefangen, die Decke zu streichen, ohne mich! Obwohl ich ihm da so gerne geholfen hätte. Aber ich glaube, es erschien ihm zu gefährlich, er muss da wahnsinnig vorsichtig mit Gerüst und Leitern hantiert haben. Und dauernd sei ihm die Brille von der Nase gefallen. Trotzdem – ich war enttäuscht. Zum Trost bekam ich Knoblauch, Zucchini, selbstgemachtes Pesto und Tomaten und holte mir noch frisches Basilikum aus dem Gewächshaus. Eins der Hühner sah das und kam aufgeregt herangerannt. Ich hockte mich hin und hielt ihm ein Blatt Basilikum hin. Es stand wie angenagelte, legte den Kopf schief und beobachtete mich mit einem Auge. Lange. Dann endlich tat es zögerliche Schritte auf mich zu, erschnabelte schließlich hastig das Blatt, um es dann angewidert wieder auszuspucken. Mann! Diese freilaufenden Hühner sind verdammt anspruchsvoll.











