Heute war es wieder windstill, das ist erschütternd. So eine Windstille, das macht so viel aus. S sagt, so sei es ganz oft im Winter und wir steuern eindeutig mit vollen Segeln in den Herbst. Morgens liegt Tau auf der Wiese und der Garten hat dieses typisch vertrocknet-ermattete Aussehen des Sommer-Endes. Dazu die Masse an blauen Trauben, die übervollen Apfelbäume, die vielen Kürbisse und Tomaten und der Kohl. S hat gestern die letzte Aussaat gemacht. Jetzt kommen bald die Ratten und Mäuse und suchen sich ein Winterquartier, was S zu verhindern wissen wird. Nicht in seinem Garten.
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| Wombathöhle. |
Gegen Mittag setzte ein Nieselregen ein, aber es blieb warm. Ich verbrachte viele Stunden in der Bücherei, wo es sehr still war heute. Es kleiner Junge mit einem knallroten Lockenkopf, vielleicht drei Jahre alt, kam mit seinem Großvater hereingestapft, baute sich vor der Theke auf und sah zu der Bibliothekarin auf: „My name is Homer!“ sagte er entschieden und die Bibliothekarin beugte sich runter zu ihm und entgegnete entzückt: „Oh, I think I know you! How are you?“ „I'm good“, sagte das kleine Kind mit der gleich ernsten Entschiedenheit. Total süß.
S ist nach Hobart gefahren. Ich holte mir etwas Basilikum, Trauben, Äpfel und Tomaten aus dem Garten, weil alles im Überfluss vorhanden ist. S überlegt, die Trauben einem Freund, der Wein macht zu überlassen, denn jetzt kommen die Wespen und holen sie sich.
Ich ging dann im Mondlicht nochmal kurz ans Meer, wo tatsächlich ein Surfer in der Dämmerung in den Wellen dümpelte - die Windstille macht alles möglich. Auf dem Rückweg begegnete ich zweimal einem Wombat – endlich mal wieder. Sie hören mich immer ganz spät, erst, wenn ich dicht bei ihnen bin. Zuerst schauen sie immer ganz verblüfft den Wallabies nach, die in wilder Flucht nach allen Seiten davonstieben wenn ich komme und wissen nicht, was die haben. Wenn ich dann fast vor ihnen stehe, rennen sie auch weg.
Als ich wieder hier war, war ein Zettel von B & K an der Tür, den Work&Travellern, sie wollen morgen auf das Garlic-Festival, ob ich mit will. Will ich nicht, aber jetzt musste ich wieder los, die Antwort simsen. Ich lief den Weg auf und ab, in einer Hand die Taschenlampe, in der anderen das Mobile. Um mich herum hörte ich die Wallabies in der Dunkelheit verstört in alle Richtungen davonspringen. Immer wieder bringe ich ihr geregeltes Dasein durcheinander mit meinen unerklärlichem Verhalten. Es gelang mir tatsächlich, eine Nachricht zu senden.
Dann nahm ich noch eine heiße Dusche am Outsleeper, was ein wunderbarer Luxus ist. Sowas haben S und S2 nicht: eine Solardusche. Sowas hat nur die Heldin vom Cape Raoul.
















