Montag, 19. Februar 2018

Hunde

Heute ist das chinesische Neujahrsfest, wir starten in das Jahr des Hundes. D und ich brachten L in die Stadt runter, zu einer Freundin und bummelten dann ein bisschen durch das, was hier das Touristenviertel ist: eine Straße mit kleinen Läden und Cafés in der Nähe des Hafens, wo am Samstag der Salamanca-Market ist. Dort in dem Park war das Fest der Chinesen, aber wir hielten uns nicht lange dort auf, zumal der uns begleitende Hund ein Nervenbündel ist bei solchen Angelegenheiten.

Lucy im Pullover...








 
Es gibt hinter der Ladenzeile einen kleinen Hinterhof, wo am Freitagabend immer kostenlose Live-Musik ist, das hatte S auch empfohlen, dort war es sehr nett. Es ist alles sehr überschaubar. Ich denke, wenn man hier gute Leute kennt, kann die Stadt sehr schön sein. Ein Musiker saß dort und zupfte an einem Instrument, eine Frau verließ mit einem großen, in eine Decke gehülltem Bild eines der Häuser, die Besitzerin des „Feen-Laden“ plauderte rauchend mit jemand – sie war eindeutig erkennbar an ihrem abenteuerlichem rosa-goldenem Spitzen-Outfit.
Den Faerie-Shop gibt es dort schon immer, sagte S, für kleine Mädchen, die an Feen glauben. Man ging ein paar Stufen runter in den kleinen Raum, der komplett vollgestopft war mit Glitzerkram, Kleidchen, Schmuck, Zauberzeug und all der Ausrüstung, die von Feen gebraucht wird; er sah aus, wie eine überladene, kleine Schmuckschatulle. Selbst die Verkäuferin, sicher eine Studentin, war als Fee verkleidet.


























Ich brach dann auf, weil ich unterwegs noch einen Walk am Marion Bay machen wollte, was an meinem Heimweg liegt und ein schöner, weißer Strand ist mit besonderen Muscheln. Dort ist dieser Film „Lion“ (?) gedreht worden, den ich immer noch nicht gesehen habe. D stattete mich mit Snacks aus und von H bekam ich ein frisch gebackenes Sauerteigbrot mit. Er hatte mir im Navi den Parkplatz für den Strand markiert.
Ich bog dann an einer Tankstelle ab, wo das Schild zum Marion Bay wies, während das Navi noch rumsuchte. Dann sagte es zu meiner Verblüffung, ich soll umkehren, das ging da aber nicht und ich sah es auch nicht ein. Dann sagte es, es berechnet die Route neu. Dann sagte es, es habe das GPS-Signal verloren. Das wiederholte es eine zeitlang. Derweil gondelte ich langsam durch eine beschauliche, schöne Landschaft. Die kurvige Straße überwand Hügel und Wälder und passierte kleine Höfe oder hinter prächtigen Blumengärten versteckte Häuschen und viele weidende Kuhherden. Kein Auto begegnete mir, niemand fuhr dort lang. Dann meldete sich das Navi wieder und begann mich zu leiten. Immer wieder verlangte es, ich solle abbiegen, was ich auch tat, denn es hatte offensichtlich einen Plan. Ich hatte mittlerweile völlig die Orientierung verloren, bis ich schließlich an der Tankstelle wieder rauskam, an der mein Irrweg begonnen hatte. Hier wollte das Navi, dass ich zurück Richtung Hobart abbiege. Da habe ich es dann abgeschaltet.
Es ist mir nicht geheuer, dieses Navi. Als ich K und R vom Flughafen abholte, hatte ich ihre Airbnb-Adresse eingegeben, wohin es uns auch brachte, aber als Zwischenziel hatte sich mein Lieblingsgeschäft Shiploards in unsere Route eingeschlichen, und ich hatte es nicht bemerkt. Shiploards war in einer völlig anderen Gegend als unser ursprüngliches Ziel. H meinte, das Navi würde von meinem Unbewussten gesteuert. Das macht es zu einem gefährlichen Gegner. Wieso es mir Marion Bay verweigerte, ist mir aber ein Rätsel. Wahrscheinlich wollte es mich schon wieder zu Shiploards bringen, es kann wohl nicht anders.


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