Mittwoch, 28. Februar 2018

Wallabies






Heute konnte ich fast ohne Probleme aufstehen. Als ich die Treppe runterstieg sah ich draußen  zwei Wallabies im Sonnenschein vorm Haus stehen. Das ist ungewöhnlich, normalerweise kommen sie nur in der Dämmerung. Aber im Herbst, wenn das Futter knapp wird, kommen sie auch tagsüber. Sie halten das Gras um das Haus herum auf einen Zentimeter kurz.
Ich machte mir Tee und genoss, auf der Terrasse sitzend, den Zustand der Schmerzfreiheit – wie schön ist das, wenn man weiß, wie es auch anders sein kann. Plötzlich wurde das Haus umlagert von einer ganzen Gruppe von Wallabies, verteilt über das Gelände. Sie saßen alle aufrecht und schauten zu mir her. Schließlich kam eines als Vorreiter, setzte sich direkt vor den Balkon und sah mich an, lange und intensiv. Immer, wenn ich zurückschaute, drehte es ein Ohr zur Seite, hob das Köpfchen und witterte. Sie sehen süß aus. Ähnlich wie manche Hunde haben sie so einen etwas besorgten Gesichtsausdruck, als könnten sie jeden Moment zu weinen anfangen. Tun sie natürlich nicht. Sind ja tapfere kleine Tiere. Irgendwann zog die Gruppe an mir vorbei, hinters Haus, den Wald hinauf.



Alte Hütte.
EIngang alte Hütte.









Am Nachmittag störte ich S bei der Arbeit auf – er war dabei, die letzten Feinheiten an der Restaurierung Decke zu beenden. Er sagte, er plane eine neues, kleines Wohnhaus zu bauen, weiter oben am Berg. Nur ca. 6 mal 3 Meter oder so, rechteckig mit einem gewölbten Dach, so wie ein Zirkuswagen. Dort will er wohnen und das große Haus vermieten. Oder umgekehrt, das ginge ja auch. Er wird nicht mehr in dem Ausmaß weiterarbeiten können wie bisher, d.h. er muss sich dann mal nach anderen Einnahmequellen umschauen. Das Haus ist ja sehr speziell, aber ich könnte mir vorstellen, dass es reiche Individualisten gibt, die seine Besonderheit zu schätzen wissen. Die alte Hütte, die es ja auch noch gibt, ist zu klein und muss grundsaniert werden, da möchte S nicht wieder einziehen.


Während wir draußen standen und sprachen, kreisten drei Adler über uns und S sagte ganz aufgeregt, dass sie immer im Herbst hierher kämen. Sie hätten ihr Nest drüben auf der anderen Seite vom Mount Communication und kämen dann nach dem Sommer mit ihrem Jungtier her, weil hier günstige Bedingungen zum Fliegen lernen sind, vermutet S. Ich denke, es sind die Adler, die ich im Oktober hier noch gesehen hatte, dann aber den Sommer über nicht mehr. Ja, der Herbst kommt. Ich zog mit zwei Mausefallen ab, die ich aufstellte ,und dann ging ich noch ans Meer. Es war ein warmer, windstiller Abend, ganz wunderbar. Morgen soll es Regen geben.

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