Samstag, 3. Februar 2018

Zeit

Es regnet! Richtig. Richtiger Dauerregen, und ich habe das Feuer an und dicke Socken. Australier freuen sich über Regen. Nicht-Australier kämpfen um ihren Tao-Zustand. Regen. Okay. Gut für die Pflanzen! Super.

Der Regen hatte aufgehört, als ich aus dem Mittagsschlaf erwachte. Ich ging wieder hoch auf den Berg und sah unterwegs, dass S. zurück war. Die Sonne schien, ein leichter Wind ging, es war ideal zum Laufen. Im Wald ist es einfach wunderbar, es ist ein solcher Frieden dort. Wenn in den Wipfeln der riesigen Eukalyptusbäumen der Wind rauscht und es riecht so gut nach den ätherischen Ölen, in der Ferne glitzert das Meer zwischen den Bäumen oder man sieht über die weiten Berge der Peninsula – da bleibt die Zeit stehen. Vor allem weil ich wusste, dass dort oben niemand ist, es ist komplett abgeschieden.
Ich war nochmal bei der Hütte ganz oben, ich verstehe nicht, dass die Besitzer nicht mehr hinfahren. Der Weg sieht mittlerweile übel aus, da müsste was gemacht werden, aber die Hütte ist so nett, so ordentlich und fein.


Böse Pflanze! Rechts von Motte zerstört.
Adlernest.
















Auf dem Rückweg kehrte ich bei S. ein. Er war bedrückt, weil der Freund, zu dem er jetzt 250 km weit in den Süden gefahren war, in einem schlechten Zustand ist. Er lebt völlig abgelegen in einer unwirtlichen, kalten Gegend in einem halbfertigen, teilweise offenen Haus. Ein Japaner, 67 Jahre alt, dessen Frau grade an Krebs gestorben ist und er hat in zwei Schachteln ihre Knochen dort für hundert Tage und trauert sehr. Er leidet an Arthrose und kann sich kaum mehr bewegen, aber so abgelegen, wie er wohnt, kann er kaum Hilfe kriegen. S. hat das sehr mitgenommen, glaube ich. Er will nochmal hinfahren und sich dann mehr Zeit nehmen für ihn. Der Süden von Tasmanien ist deutlich kälter und windiger, dort geht es arg Richtung Antarktis.

Gewächshaus.
Solardusche.
Alte Hütte.





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